Sorgen wegen Lehrermangels bleiben aus der WZ vom 29.8.2001 (cax) Die junge Generation, da ist sich der stellvertretende CDU Fraktionsvorsitzende Hans?Josef Ruhland sicher, hat "die Chance, eine der großen unserer Republik zu werden" - vorausgesetzt, sie werde auf die Herausforderungen von Globalisierung, Informationsgesellschaft & Co. vorbereitet. Was kann und muss die "Schule der Zukunft" leisten, wie wird sie aussehen? Im Moltke-Gymnasium stellte Gabriele Behler (SPD), Ministerin für Schule, Wissenschaft und Forschung in NRW, auf Einladung der Krefelder CDU-Fraktion ihre Pläne vor. Die Grundsätze der deutschen Bildung, das machte die Ministerin gleich zu Beginn der mehr als zwei Stunden dauernden Veranstaltung deutlich, sind für Behler unantastbar: "Die Schule der Zukunft wird eine öffentlich verantwortete bleiben!" Ein System mit schlechter Basisversorgung und elitären Privatschulen kommt für Behler allein aus Gründen der Chancengleichheit nicht in Betracht. Und auch das Abitur nach zwölf Schuljahren dürfe kein neues Dogma werden. Rütteln will die Ministerin jedoch an der zentralen Verwaltung. Den Schulen sollen - z.B. in Personalfragen - mehr Kompetenzen eingeräumt werden, sie sollen selbstständiger und eigenverantwortlicher arbeiten und im Gegenzug Rechenschaft über ihre Tätigkeit ablegen. Um die Motivation und Leistung von Schulleitung und Lehrern zu steigern, schwebt der Ministerin das Bild von einer Schule vor, "die nicht immer erst fragen müsse". Ob das Konzept erfolgreich ist, wird das Modellprojekt "Selbstständige Schule" zeigen, zu dem Behler vor einer Woche den Startschuss gab. Schulleiter wie Lehrer zeigten in der Diskussion eher Angst vor zusätzlicher Belastung als Vorfreude auf flexiblere Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Schulen. Trotz "ungeheurer finanzieller Herausforderungen" will Behler bis 2005 ausreichend Ganztagesschulplätze zur Verfügung stellen, 2003 den Englischunterricht in Grundschulen einführen und bis 2005 zusätzliche 6100 Lehrer einstellen. Letztere Zahl ist mit Blick auf 7000 Schulen in NRW wohl eher ein Tropfen auf den heißen Stein, wie ein Schüler sinngemäß anmerkte. Qualifiziertes Arbeiten sei dann immer noch nicht möglich.Eltern kritisierten die jeweils mehr als 100 Wochenstunden in Mathe und Englisch, die zurzeit allein an Krefelder Gymnasien nicht unterrichtet werden können. Lehrermangel sei ein Problem, gestand die Ministerin ein. Doch mit dem Hinweis, dass sie diese Fächer aufgrund ihrer Ausbildung ( Germanistik und Geschichte fürs Lehramt an Gymnasien) nicht selbst unterrichten könne, räumte Behler die Sorgen der fragenden Mutter kaum aus. |
